Grußwort zum Jahreswechsel

Gabriele Jungitsch Leitung ZEA Bahrenfeld
Gabriele Jungitsch Leitung ZEA Bahrenfeld – ein Grußwort zum Jahreswechsel

Liebe Bahrenfelder und drumrum, liebe Engagierte und Vernetzte,

seit 8 Wochen sind wir am Albert-Einstein-Ring am Start, kaum waren die ersten Tapeziertische und PCs aufgestellt, kamen auch schon die ersten Bewohner. Mittlerweile ist der mittlere Gebäudeteil komplett „ausgebucht“, seit 3 Wochen im Rahmen einer Notaufnahme auch einer der beiden Seitenflügel, die eigentlich schon bald bedarfsgerecht renoviert werden sollen.

Die versierte und erfahrene Mannschaft des DRK realisiert Technik, Equipment und Einrichtungsmaßnahmen von jetzt auf gleich. Aber, damit ist es nicht getan, Hunderte von Bewohnern müssen Impfungen, Röntgenterminen sowie Gesundheitschecks zugeführt werden. Neben dem Tagesgeschäft wie Registrierung, Weiterleitung von Post und behördlichen Weisungen, Familienzusammenführungen, Kleiderausgabe, Organisation von Sprachschulen, Dolmetschern, Transporten, Spezialveranstaltungen wie z.B. “Gesundes Kochen für Mütter”, um Untergewicht und Mangelerscheinungen bei Kleinkindern in den Griff zu bekommen, gibt es bei uns nun schon das dritte neugeborene „Einstein“-Baby. Und es werden noch mehr. Schwangerschaftsvor- und Nachsorge wie überhaupt die Zuführung zu Fachärzten ist für die Bewohner ein großes Thema und hält uns auf Trab.

Das DRK ging in der Personalrekrutierung neue Wege: Unser interdisziplinäres und multikulturelles Team vor Ort besteht aus anpackenden und mehrsprachigen Frauen und Männern mit breitflächiger Berufs- und Lebenserfahrung und dem Willen, Dinge und Menschen zu bewegen. So haben wir seit Anfang Dezember ein gemütliches Mutter-/Babyzimmer, einen Kindergarten (DRK), eine Sprachschule im Hause, eine mit Bewohnern und Kindern aufgehübschte Kantine, eine Kleiderkammer. Dank einer weiteren großzügigen Firmenspende sind wir nicht nur mit PCs für die Bewerbungswerkstatt bestückt, sondern können während der Feiertage unseren BewohnerInnen mittels eines Beamers ein Info- und Filmangebot machen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen KollegInnen in der Verwaltung, den Sicherheitskräften, den Reinigungsteams, den Cateringprofis und natürlich bei unseren unermüdlichen Ärzten für Ihren Einsatz. Viele Mitarbeiterfamilien mussten in den letzten Wochen zurückstecken, damit wir hier vor Ort eine Form von  Miteinander initiieren und Organisationsstrukturen schaffen können.

Ein großes Dankeschön auch an unsere Unterstützer aus dem Kreis der Initiativen in und um Bahrenfeld, den unschätzbar wertvollen Ehrenamtlichen und  Betrieben aus der Nachbarschaft, die uns mit Zuversicht und Elan unterstützen. Dosieren Sie Ihre Kräfte im Interesse einer möglichst langen Kooperation und haben Sie bitte Verständnis, wenn das Tagesgeschäft absolute Priorität hat. Eine für uns sehr wichtige Errungenschaft dieser Vernetzung ist beispielsweise diese Homepage, um die Schnittstellen zwischen Angebot und Nachfrage schlank und effizient zu gestalten und Termine zu steuern.

Auch, wenn der Satz mittlerweile bei Kabarett und Satire angekommen ist: So können wir es wirklich schaffen!   Denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

DRK Einrichtung Albert-Einstein-Ring

Gabriele Jungitsch, Ltg.

–> Das alles ist aber keine Einbahnstraße, deshalb im nächsten Abschnitt auch ein Wort an unsere BewohnerInnen (übersetzte Versionen in unserem Infocenter und im Aushang):

Der Schneemann "Max" und sein Freund der Rabe
Der Schneemann “Max” und sein Freund der Rabe – Kinderbastelei nach den Figuren der Puppentheatervorführung in unserer frisch renovierten Kantine

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner,

gerne möchte ich an Sie im Namen meiner KollegInnen einen herzlichen Gruß richten. Einen Willkommensgruß! Es gehört zur deutschen Kultur, Gästen einen möglichst guten Empfang zu bereiten.

Nicht alles konnte auf Anhieb bereitgestellt werden und es klappt auch nicht immer alles reibungslos. Unverhoffte Dinge passieren jeden Tag: Anreise vieler neuer Bewohner, Zusammenlegungen von Familien, Infektionsschutz- und Impfmaßnahmen und viele individuelle Erfordernisse und Bedürfnisse, die Sie an uns herantragen. Und, das tollste dabei – etwas, was nicht ganz unerwartet, aber dann doch immer ganz plötzlich passiert: in Kürze begrüßen wir das vierte Neugeborene am Albert-Einstein-Ring. Und es werden weitere Einstein Babys folgen! Mit unserem Mutter-/ Babyzimmer setzen wir einen Maßstab für eine Willkommenskultur von Anfang an.

Und ja, wir haben auch eine Kultur der Bürokratie. Damit hadern wir selbst manchmal. Aber schlussendlich ist sie der Garant, dass am Ende das meiste „Hand und Fuß“ hat. Für Sie bedeutet das, dass Sie immer drankommen. Auch, wenn es mal länger dauert. Dass Sie die gleichen Rechte genießen wie alle anderen, dass es genug für alle gibt. Sie haben keinen Grund zur Sorge aber ausreichend Möglichkeit zur Gelassenheit nach Ihrer anstrengenden Reise. Sie sind jetzt angekommen und es geht Schritt für Schritt voran.  Dafür erwarten wir keine Dankbarkeit, denn unser Handeln ist schlichtweg menschlich. Aber bitte: bedrängen Sie uns nicht, üben Sie nicht den Aufstand, wenn Ihnen etwas missfällt, drohen Sie nicht mit der Presse, übervorteilen Sie einander nicht und beteiligen Sie sich bitte an einem guten Miteinander. Mit unseren langen Arbeitstagen sind wir zusammen eher Lebensgemeinschaft als Hotel und zugegebenermaßen keine Wellness Oase.

Wir freuen uns darüber, dass zahlreiche Gäste unsere Arbeit mit einer Haltung begleiten, die das reibungslose Miteinander von derzeit über 700 BewohnerInnen befördert. Gegenseitige Wertschätzung. Sorgsamer Umgang mit Kindern. Sorgfältiger Umgang mit den Räumlichkeiten. Beachtung der Grundsätze von Gleichheit und Gleichberechtigung aller Geschlechter, Rassen, Nationalitäten und Religionen sind für uns wichtige grundgesetzlich verankerte Errungenschaften, die wir mit Ihnen gemeinsam leben wollen und welche wir hier auch durchsetzen.

Lassen Sie Rassismus, Missgunst und Hass vor der Tür. Sie sind doch nach Deutschland gekommen, um Freiheit und Frieden zu finden. Wenn es schon bald losgeht mit Sylvester Raketen und Feuerwerk, so müssen Sie keine Angst haben. Wir begrüßen damit nicht nur das Neue Jahr, sondern diesmal auch ganz besonders die tolle Chance, mit Ihnen gemeinsam etwas Neues aufzubauen und vielleicht unsere Gesellschaft einmal mehr neu zu erfinden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns in Bahrenfeld und überall schöne friedliche und gemütliche Feiertage und einen guten Start in ein spannendes 2016

DRK Einrichtung Albert-Einstein-Ring

Gabriele Jungitsch, Ltg.
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